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Streik im Rotterdamer Hafen
Neuer Tarifvertrag für die 'Sjorders' - Das Ergebnis eines Streiks mit großem Zusammenhalt !
Bericht aus Rotterdam
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ALTERNATIVE HAFENRUNDFAHRT am Samstag, 21.5.11
und Besuch der internationalen Seemannsmission „DUCKDALBEN“ im Containerhafen Waltershof.
Thema: „Widerstand im Hamburger Hafen 1933 bis 1945 – Erinnerung an den Seemann Wolf Hoffmann.“
Wir gedenken im Besonderen dem Widerstand im Hamburger Hafen gegen Franco und gegen die Aufrüstung im 2. Weltkrieg.
Vor 75 Jahren wurde der Hafen Hamburgs zum "Kriegshafen Francos" (Pariser Zeitung von 1936).
Hafenarbeiter Hamburgs und Seeleute erkannten die Gefahr für die junge
spanische Republik und die Kriegswaffenlieferungen Nazideutschlands als Auftakt für den 2. Weltkrieg.
Widerstandsgruppen wurden gebildet, Verladungen boykottiert und Seeleute weigerten sich Kriegsmaterial
zu transportieren, sie musterten ab.
Viele dieser Widerstandskämpfer wurden verhaftet, zu Tode gefoltert oder hingerichtet.
Ihr Mut und ihre Entschlossenheit gegen die Nazibarbarei zu kämpfen darf nie vergessen werden.
Deutschland sollte sich glücklich schätzen, solche Menschen in seinen Reihen gehabt zu haben.
Ihren Mut, ihre Entschlossenheit und Menschlichkeit wollen wir den jungen Menschen heute nahe bringen.
Diese Tour ist auch eine Würdigung des allgemeinen Widerstands im Hafen gegen das Naziregime und
versucht, den besonderen Widerstand der Hafenarbeiter und Seeleute vor 75 Jahren gegen Franco darzustellen.
An Bord referieren hierüber der Hamburger Landesjugendring e.V. und Mitglieder des KFSR e.V.
(Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936 -39 e.V.).
Dauer ca. 2 Stunden, Abfahrt 13.30Uhr
(Binnenhafen, Nähe U-Bahn Baumwall)
Ausstieg ca. 15.15 Uhr Anleger Waltershof, die Barkasse fährt in Leerfahrt zurück, jedoch
besteht auch die Möglichkeit mit der Barkasse zum Anleger Binnenhafen zurück zu fahren.
Nachdem wir in Waltershof angelegt haben, gehen wir ca. 1.2 km am Containerhafen vorbei zum
internationalen Seemannstreff „DUCKDALBEN“ Freihafen.
Für „Nicht mehr so gut zu Fuß“ Teilnehmer gibt es einen Transfer zum „DUCKDALBEN“.
Im DUCKDALBEN wird eine Infotafel über Wolf Hoffmann angelegt als Ehrung und Mahnung.
Wolf ist ein antifaschistischer Seemann aus Wien gewesen, hat in Spanien gekämpft und ist
später von der SS ermordet worden. Sein Bruder und Spanienkämpfer Gerd Hoffmann ist anwesend.
Im DUCKDALBEN geselliges Zusammensein mit Seeleuten, Diskussion und Live Musik mit Bezug zum
Spanischen Bürgerkrieg. Rückfahrt in eigener Verantwortung (HVV Bus,Hafenfähren).
Der Fahrpreis beträgt für die Hafenrundfahrt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro
Dieser Nachmittag soll im Rahmen von weltweiten Veranstaltungen zum Thema Gründung der
Internationalen Brigaden vor 75 Jahren in Spanien begangen werden.
Veranstalter:
Landesjugendring Hamburg e.V.
Arbeitsgemeinschaft Internationaler Jugendverbände e.V. Hamburg
Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936-1939 e.V.
www.spanienkaempfer.de
Unser Dank gilt den Unterstützern „Hafenarbeiterinitiative Hamburg“.
WICHTIG: Wer mit will melde sich bitte schnell unter melde sich bitte schnell unter brigadistas@arcor.de.
Wir haben schon sehr viele Voranmeldungen und der Platz auf der Barkasse ist begrenzt.
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Das Ergebnis eines Streiks mit großem Zusammenhalt!
15. April 2011: Neuer Tarifvertrag für die Sjorders im Rotterdamer Hafen!
(Sjorders sind Hafenarbeiter, die für das Festmachen bzw. Lösen der Containerverankerung
beim Be- und Entladen von Containerschiffen eingesetzt werden.)
Anfang März begannen die Aktionen der Sjorders bei MATRANS und ILS
( die 2 größten spezialisierten Leiharbeitsfirmen. Sie vermieten die Sjorders
"Just in Time" wenn ein Schiff reinkommt oder rausfährt).
Es begann mit kurzen Arbeitsunterbrechungen, die immer mehr verlängert wurden. Einige
Male wurden die Aktionen unterbrochen, um weiter zu verhandeln. Da kam aber nichts bei raus.
Daraufhin stimmte auf der Gewerkschaftsversammlung am 12. April die übergroße Mehrheit für
Streik und bereits in der folgenden Nacht begann ein 48-stündiger Streik. Fast alle Kollegen konnten überzeugt
werden mitzumachen, Streikbrecher wurden am Tor nach Hause geschickt. Durch den Streik wurden viele Schiffe nicht gelöscht oder
konnten nicht rausfahren. Wenn die Rotterdamer Hafenarbeiter auch nur ihre gewerkschaftliche Kampfkraft
richtig einsetzen, bleiben teure Schiffsladungen mit gewaltigen Kosten ( Liegegebühren ) liegen, kommen
Lieferungen nicht rechtzeitig bei den weiterverarbeitenden Betrieben an, ist der Effekt weit über die Grenzen
der Niederlande hinaus zu spüren.
Die Leihfirmen hatten keine andere Wahl, als diesmal echte Zugeständnisse zu machen.
Bei MATRANS ging es vor allem um den Lohnunterschied zwischen Kollegen, die vor bzw. nach Ende 2006
eingestellt wurden. Durch das Erhöhen der niedrigeren Löhne wurde der Unterschied
jetzt deutlich verkleinert.
Bei ILS war der Hauptpunkt die hohe Flexibilität der Arbeitszeit, die den Kollegen zugemutet
wurde, vor allem das Verschieben von Anfangszeiten. ILS konnte bis 1 Tag vorher telefonisch den Schichtbeginn
4 Stunden vor oder zurück verlegen gegenüber dem Plan. Jetzt darf das nur noch höchstens
2 mal pro Monat gemacht werden. Die Spätschicht darf nur noch 3 mal pro Woche in eine
Nachtschicht umgewandelt werden unter einer Berücksichtigung einer Mindestruhezeit von 10 Stunden
zwischen 2 Schichten.
Was nicht erreicht werden konnte, ist ein gemeinsamer Tarifvertrag für den gesamten Sektor.
Dadurch können die Bosse das Spiel "teilen und herrschen" doch weiter fortsetzen.
Der Tarifvertrag läuft bis Ende dieses Jahres. Mit gestiegenem Vertrauen in die eigene Kraft geht's dann
in die nächste Runde. Auch für Festanstellungen und gegen Leiharbeit, für geregelte Dienstpläne,
für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und einen Tarifvertrag für den ganzen Sektor.
Die Sjorders haben nicht nur selbst Fortschritte gemacht, sondern auch ein Beispiel für alle Hafenarbeiter
gegeben. Sie haben einen Teil der Verschlechterungen der letzten Jahre zurückgedrängt und
erneut bewiesen, dass Einigkeit im Streik möglich und erreichbar ist.
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Dritter Erfahrungsaustausch der Hafenarbeiter in Bremerhaven November 2010
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Von Rotterdam bis Rostock - Hafenarbeiter arbeiten immer enger zusammen.
Kolleginnen und Kollegen aus Rotterdam, Wilhelmshaven, Bremen, Hamburg und
Rostock trafen sich zum 3. Hafenarbeitererfahrungsaustausch in Bremerhaven.
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Unübersehbar – die Weltwirtschaftskrise hatte eine tiefe Schneise der Verwüstung
hinterlassen – aller Aufschwungspropaganda zum Trotz. Zuviele Liegeplätze an der
Kaje waren frei, obwohl sie extra einen Liegeplatz für die Größten der Größten,
der 15.000 Standardcontainer transportierenden Emma Maersk-Klasse hatte.
Hinter den Prunkgebäuden und liebevoll restaurierten historischen Bauten,
war an vielen Ecken die hohe Arbeitslosigkeit von ca. 20% spürbar.
Rotterdamer fühlten sich an den Kahlschlag und die Protzarchitektur in ihrer Stadt
bis hin in architektonische Details erinnert. Fester Bestandteil war nämlich wie
immer eine Stadt- und Hafenrundfahrt am Sonnabend durch das schöne Bremerhaven.
Zusammen mit dem Kulturabend am gleichen Tag, bei dem viel gesungen wurde,
gab es so eine tolle Eröffnung und Einstimmung auf den Erfahrungsaustausch.
Am nächsten Tag, wurde intensiv über die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung,
der veränderten Arbeitsbedingungen, den Konsequenzen für das Leben der Hafenarbeiter
und ihrer Familien diskutiert. „Die Hafenarbeit ist die schönste Arbeit der Welt …
nirgendwo wird der Internationalismus so lebendig.“ So drückte Jeroen Toussaint,
Sprecher des Hafenarbeitererfahrungsaustausch aus Rotterdam, die Verbundenheit der
Hafenarbeiter mit den Seeleuten und der internationalen Arbeiterbewegung aus.
Es liegt eine bedeutende Kraft in einer Front international kämpfender Hafenarbeiter
wie damals beim PortPackage II, auch wenn der Weg nicht immer gerade ist.
„Solidarität ist das wichtigste – wir sind die Gewerkschaften! Jeder muss sich
selbst verändern und sich selbst einbringen!“ war Anliegen eines Hafenbetriebsrats
aus Hamburg.
Gerade die jungen Hafenarbeiter werden mit Tagelöhnerei wie vor
100 Jahren konfrontiert, während ältere Kollegen noch mit über 70 z.B. im Rostocker
Hafen schuften. Weshalb ein junger Hafenarbeiter aus Rostock forderte:
„Ein Hafen – eine Gewerkschaft! Garantieschichten und feste Schichteinteilungen“
Er machte deutlich, dass die Kampfeinheit von Jung und Alt unser Anliegen weiter
vorantreibt. Frauen der kämpferischen und der revolutionären Frauenbewegung
warben dafür, dass die Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz 2011 auch Sache
der Hafenarbeiter wird. Neue Felder, Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen,
erschlossen sich.
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In Deutschland war gerade an diesem Wochenende viel los, 50.000 gegen Castor-Transporte
und 20.000 Menschen gegen die Krisenprogramme. Die Bedeutung des Erfahrunsaustauschs
lag dabei Erkenntnissen und in Beschlüssen für eine engere und direktere Zusammenarbeit
der Kolleginnen und Kollegen aus den Häfen – ohne jede Berührungsangst mit der Perspektive
des Sozialismus. Er wählte sich zum ersten Mal eine ordentliche Koordinierungsgruppe und
verabredete eine deutlich engere und systematische Zusammenarbeit. Das Forderungsprogramm
wurde verbessert und die Finanzarbeit in verantwortliche Hände gelegt und kontrollierbar
gemacht. Der nächste Erfahrungsaustausch wird darum erst im November 2012 in Rotterdam stattfinden,
mit einem öffentlichen Treffen der Koordinierungsgruppe in Rotterdam im November 2011.
Auf einem ersten Auswertungstreffen der Initiativgruppe Hafen Hamburg entwickelten wir als Konsequenz
die Forderung:
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Tagelöhner für wenig Geld und ohne Rechte darf es nicht geben!
Dafür wollen wir kämpfen:
Gleiche Arbeit gleicher Lohn in allen Europäischen Häfen!
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Hamburg, im November 2010
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